Grenzenlos e.V.
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Tagebuch BalkanExpress 2018

Unser Kurzbericht zur BalkanExpress-Charityrallye.

Viele zusätzliche Bilder und Infos sind zu finden unter:https://www.facebook.com/Grenzenlos-eV-1064438013572034/?ref=bookmarks

 

 

19.09.2018

Heute kommt in ATv der Fernsehbericht über unsere BalkanExpressRallye.

Herzlichen Dank Angie Stifter für diesen tollen Beitrag!!!

Zu sehen ist der Fernsehbeitrag in ATv bei "Hallo Günzburg" (18.30 Uhr) oder  in der Mediathek von ATv unter:https://www.augsburg.tv/mediathek/video/hallo-guenzburg-barfusslaeufer-und-balkanexpress/

 

14.09.2018

Heute war Angie Stifter von ATv bei uns.

Sie hat uns über unsere Charityrallye interviewt, um daraus einen Fernsehbeitrag für "Hallo Günzburg" zu erstellen.

Herzlichen Dank, Angie Stifter, für deine Mühe und Geduld mit uns. Man steht nicht jeden Tag vor der Kamera :-)

 

 

13.09.2018

Abschlussbericht BalkanExpress Charity-Rallye:

Seit gut einer Woche sind wir nun wieder zuhause. Mitten im Arbeitsalltag und quasi in der „Realität“ angekommen. Und doch hat die Rallye bei uns beiden Spuren hinterlassen: Unzählige Eindrücke von den verschiedenen besuchten Ländern, von einzigartigen Landschaften, von besonderen Momenten, von Begegnungen mit Einheimischen und anderen Rallyeteams. Etliche Tage und vor allem Nächte waren wir beide damit beschäftigt, all das Gesehene und Erlebte „nachzuarbeiten“ und zu sortieren. Wir sind damit noch lange nicht fertig. Und dennoch wollen wir ein erstes Fazit unserer Balkanrallye ziehen.

Am Ende unserer Rallye stehen mehr als 2000 Euro gesammelte Spenden für unsere selbstgewählten Charityprojekte! Was hatten wir anfangs für Bedenken, ob wir überhaupt die Teilnahmevoraussetzung von 500 Euro Mindestspende erreichen würden! Der gesammelte Betrag wird in den nächsten Wochen anteilig an den Raphael Hospiz Verein Günzburg, an die Tierhilfe Thannhausen, an die Tierhilfe Ramnicu Valcea (Rumänien) sowie an eine Einrichtung im Bereich Kinderhilfe in Rumänien gehen. Insgesamt wurde übrigens von allen Rallyeteams gemeinsam der Betrag von 285000 Euro Spenden durch die Rallye „er-fahren“.

 

Was wir die letzten Tage oft gefragt wurden:

  • Welchen Platz habt ihr denn erreicht, habt ihr die Rallye eigentlich gewonnen? Ja, wir haben die Rallye gewonnen, denn jeder, der die Ziellinie überfährt, ist Sieger. Für uns beide war es nie wichtig, den ersten Platz der Rallye zu erreichen. Für uns stand immer im Vordergrund: Spenden sammeln für unser gewähltes Charityprojekt und unterwegs dort unterstützend tätig zu werden, wo wir es für sinnvoll erachten. Der Dank der Budapester Lehrerin, als sie unsere Bücherspende entgegen nahm, sowie die Herzlichkeit und Freude der Tierhelferin aus Rumänien bei unserer Futter- und Geldspendenübergabe, das waren unsere persönlichen Glücksmomente und unser „Sieg“.
  • Ist euch unterwegs nichts passiert, man hört ja über einige Länder nicht nur Gutes. Wir sind heil nach Hause gekommen. J Und von einigen Autopannen abgesehen - alle anderen Rallyemitglieder auch. Für uns war die Begegnung mit anderen Ländern und Nationalitäten eine wahre Bereicherung. Und sehr gerne sind wir bereit, über die wunderbaren Seiten der von uns bereisten Länder zu erzählen.
  • Würdet ihr wieder eine Rallye fahren? Nun, Holger ist ja fast schon ein alter Rallyehase und sowieso reisebegeistert. Es war seine mittlerweile dritte Rallye (nach zweimal AllgäuOrientRallye). Für mich war es die erste Rallye, aber ich war dieses Mal diejenige, die unbedingt die Rallye mitfahren wollte. Ja, wir würden und werden beide auf jeden Fall weitere Charityrallyes fahren, auch wenn das Ganze mit Sicherheit kein erholsamer Urlaub ist. Was auf den geposteten Bildern wie ein netter Kultururlaub aussieht, ist in Wirklichkeit harte „Arbeit“. Der Tag beginnt meistens schon vor 6 Uhr und endet oft nicht vor Mitternacht. 12 Stunden Fahrzeit ist die Regel, dabei sind Mittagspausen, Kaffeepausen oder kurzes „Sightseeing“ nicht eingeplant. Da die Rallye als Rundroute angelegt ist, ist es notwendig, jeden Tag ein bestimmtes Etappenziel zu erreichen. Ein Tag Pause zum Erholen oder zum sich Zeit lassen ist da nicht eingeplant. Eine Rallye ist also tatsächlich richtig anstrengend. Oftmals sind wir am Morgen völlig übermüdet erwacht und mussten erst einmal sortieren, in welchem Land wir momentan gerade sind, weil alles so schnell abläuft. Auch ist eine Rallye alles andere als ein Billigurlaub. Startgebühr, Sprit, Verpflegung und Übernachtungen werden ausschließlich von uns privat finanziert, da natürlich alle Spendengelder zu 100 % den Charityprojekten zukommen.

Unbezahlbar sind dafür aber all die Erfahrungen auf einer Rallye: In kürzester Zeit erlebt man einen „Crashkurs“ in Kultur und Geografie und kommt mit einem großen Schatz an Erlebnissen und Eindrücken nach Hause. Für uns beide ist dabei eines entscheidend: wir haben während der Rallye vieles für uns persönliches Leben mitgenommen: den Blick über den eigenen Tellerrand, den Blick auf ein Leben ohne den westlichen Wohlstand, den Blick auf Unverfälschtheit und echtes Leben, auf Authentizität, auf ein Leben ohne den bei uns herrschenden Luxus und vor allem auch das Nachdenken, ob alles so notwendig ist, was man teilweise bei uns als so wichtig erachtet.

 

Unser Dank gilt allen Unterstützern unserer Balkan Express Charity Rallye. Ohne euch wäre dieses Projekt nicht gelungen!

 

Herzlichen Dank allen Sponsoren und Spendern! Durch eure Mithilfe (Werbung auf unserem Rallyeauto oder Spenden für unser Projekt) wurde unsere Rallye erst möglich gemacht, denn ein Charityprojekt lebt vom Mitmachen!

 

Herzlichen Dank an alle, die uns bei der Vorbereitung und Ausstattung unseres Autos geholfen haben (Röderer Werbetechnik Burgau, Planenservice Hankl Jettingen-Scheppach) sowie an den Dorfladen Haldenwang für die gute Verpflegung!

Viele kleine Leute

an vielen kleinen Orten,

die viele kleine Schritte tun,

können das Gesicht der Welt verändern.

(Sprichwort aus Afrika)

 

05.09.2018

5003 Kilometer später: wir sind wieder zuhause!

04.09.2018

Wir haben es tatsächlich geschafft! 4127 Kilometer nach dem Start. Team #163 Grenzenlos eV ist angekommen

 

04.09.2018

Wir sind in Österreich angekommen. In 11 Tagen haben wir 13 Länder und 2 Inseln durchquert!

 

04.09.2018

Auszüge aus unserem Roadbook:
Auf der letzten Etappe stellen wir gerade unser Roadbook fertig. Es ist seit 11 Tagen unser täglicher Begleiter. Darin stehen zum einen die täglichen Etappen, aber auch alle Routenaufgaben, Tagesaufgaben und besondere "Missions". Gestern haben wir die Zeit genutzt und die jeweiligen Bilder dazu entwickelt. Nun ist es eine tolle Erinnerung geworden. Unglaublich, was wir in 12 Tagen alles erlebt haben und erfahren durften
Momente, die man nicht vergisst.

 

04.09.2018

10. ETAPPE: Dalmatien - Insel Pag - Richtung Istrien- Crikvenika, Kroatien)
Gefahrene Kilometer: 280 km
Fahrzeit: 6 Stunden
Benzinverbrauch: 33 l
Temperatur: 31 Grad
Anzahl der Klo- und Spuckpausen: viele ?

Mittlerweile können wir wieder lachen und sind wieder on tour!
Die Bilanz des gestrigen Tages: 1 Teammitglied (Max) hat die ganze Nacht gespuckt, und ich habe mich an Übelkeit und Bauchweh erfreut. Nur Holger hielt sich tapfer und hat uns sicher ans zwar vorzeitige, aber dafür besonders schöne Etappenziel gebracht.

Nach einer für Max sehr unruhigen Nacht ging es ziemlich halblebig an der Küstenstrasse entlang Richtung Istrien auf die Insel Pag mit ihrer einzigartigen Felsenlandschaft. Eine Traumroute, aber unter anderen Bedingungen. Nach 280 Kilometern war für uns alle dann definitiv Etappenende in Crikvenica. Dort hieß es für Max: Ausruhen, Suppe essen, Medikamente nehmen und wieder fit werden.

Auch wenn es vielleicht ein kilometermässig nicht ganz so grossartiger Tag war, war es für uns ein Tag mit grossartigen Erfahrungen. Denn was wir erleben durften, war ein Tag voller Hilfsbereitschaft!
Auf meinen Hilferuf in der WhatsappRallyegruppe, ob zur Not Teammitglieder in der Nähe wären, die helfen könnten, kamen sofort etliche Angebote, das andere Teams das Motorrad übernehmen oder Max und mir Medikamente bringen. Keine Frage: auf einer Rallye wird zusammengehalten und keiner wird im Stich gelassen.

Auch in Crikvenica wurden wir herzlich aufgenommen. Jettinger Freunde machen dort gerade Urlaub. Bei unserer Abreise zum Start hatten wir mit ihnen noch gewitzelt: vielleicht sehen wir uns ja, wir kommen ja fast bei euch vorbei. Jetzt war es soweit: ein kurzer Hilferuf an Frank Offenwanger: "Darf Max bei euch übernachten und sich ausruhen?" Die prompte Antwort: ihr könnt alle bei uns bleiben!

Lieber Frank, liebe Kerstin, liebe Amelie, lieber kleiner Max und liebe Offenwanger Seniors, herzlichen Dank für eure wunderbare Gastfreundschaft! Dank eurer Hilfe ist Max wieder fit! Herzlichen Dank für eure Bewirtung und unser 5.30 Uhr Frühstück! Herzlichen Dank für den schönen Abend mit euch gestern an der Promenade!
Auch an eure kroatischen Pensionsbesitzer, die mit Suppe und Tee zur Stelle waren, vielen vielen Dank! Dank euch allen kann es heute weitergehen Richtung Salzburger Ziel. Ohne euch hätten wir es nicht geschafft!

 

02.09.2018

9. ETAPPE:
Team #163 auf Abwegen.
Wir machen Inselhüpfen:
Dubrovnic - Adria Magistrale - Markarska - Insel Brač - Split - Sibenik
Auch mal schön, wenn man nicht selber fährt.

 

01.09.2018

8. Etappe: Montenegro – Nationalpark Lovcen - Bucht von Kotor- Dubrovnik
Gesamtkilometer: 196km
Maximalgeschwindigkeit: 88km/h
Durchschnittliche Geschwindigkeit: 23 km/h
Gesamtzeit: 8 Stunden 29 Minuten

Willkommen in Kroatien. Der "Westen" hat uns wieder. Nicht geografisch gesehen, sondern kulturell.

Nachdem wir in Montenegro die wunderschöne Landschaft in vollen Zügen genossen und vor allem die kleinen Straßen gefahren sind, die zwar viel Zeit kosten aber dafür wunderbare Ausblicke bieten, haben wir als Etappenziel direkt Dubrovnic angesteuert. Und fühlen uns wie in einer völlig anderen Welt. Wir sind einfach nur erschlagen von all dem Tourismus und Kommerz hier.

Denn: Nur 100 Kilometer entfernt, aber auch in all den Ländern zuvor war das Leben völlig anders: Bauern haben ihre Waren am Straßenrand angeboten, sie wirkten mit sich und ihren Verhältnissen, so ärmlich sie auch waren, vollkommen zufrieden. Der Ziegenhirte, der uns so freundlich zuwinkte, und in aller Ruhe bei seinen Tieren an der Straße saß. Die Straßenhunde in Rumänien. Hier in Dubrovnik ist plötzlich alles anders: hier herrschen Kommerz und Tourismus, hier wird alles vermarktet und zu Geld gemacht. Angefangen von Parkgebühren von 5 Euro (!!!) die Stunde bis zur ellenlangen Shoppingmeile in der Altstadt. Keine Spur mehr von unverfälschter Ursprünglichkeit. Alles wirkt für uns so oberflächlich und irgendwie auch unecht. Wie anders auch die Menschen plötzlich wirken. Die höchsten Schuhabsätze, die modischsten Sommerklamotten, echter und unechter Schmuck bei den Damen, alles wird hier zur Schau gestellt. Das Angebot an Bars, Menüs, Lokalen jeglicher Richtung ist erschlagend. Und fühlt sich für uns nicht nur fremd, sondern ein Stück weit auch wie Wahnsinn an. Ist unsere Kultur wirklich so oberflächlich geworden? Lassen wir uns so von Konsum leiten? Die Bilder aus Rumänien, Albanien oder Mazedonien blenden sich immer wieder in unseren Kopf ein. Irgendwie wirkten die Menschen dort authentischer.

Es ist ein Moment für uns gekommen, an dem wir beginnen nachzudenken.

 

31.08.2018

7. ETAPPE: Montenegro mit Grenzübertritt bei Muriqani – Lake Skadar

Montenegro ist unbeschreiblich. Direkt nach dem Grenzübertritt haben wir uns gegen die Küstenstraße entschieden, sondern beschlossen, entlang des Skadarsees bis zum zweiten Rallyetreffen zu fahren. Eine gute Entscheidung. Denn Montenegro ist ein Paradies, dass sich mit Worten nicht darstellen lässt. Die Nacht haben wir an einem zauberhaften Campingplatz mitten in den Bergen Montenegros direkt am Skadar See verbracht, denn irgendwie wollte keiner von uns mehr zur Rallyeparty. Viel Spass beim Bilder genießen!

 

31.08.2018

7. ETAPPE: 1. TEIL: Ohrid See ( Mazedonien) – Ohrid See (Albanien) mit Grenzübertritt bei Pogradec – weiter nach Durrës und Shkodër quer durch Albanien nach Montenegro

Heute wird unser Reisebericht zum ersten Mal aus zwei Teilen bestehen, denn Albanien und Montenegro sind zwei Länder, wie sie unterschiedlicher nicht sein können.
Auf unserer Fahrt quer durch Albanien haben wir wohl nur die weniger attraktiven Seiten kennen gelernt.
Albanien ist irgendwie gewöhnungsbedürftig. Es gibt sehr wenige, aber dafür dann stark befahrene Straßen, an denen sich das Leben abspielt. In Albanien solltest du im Straßenverkehr auf alles vorbereitet sein. Es kreuzen die Autobahn über alle vier Spuren Fußgänger, auf Landstraßen wird trotz Gegenverkehr überholt, der LKW wird gerne mal mitten im Kreisel geparkt, aus einer zweispurigen Straße wird problemlos eine dreispurige gemacht, Geschwindigkeitsbegrenzungen und Überholverbote interessieren hier keinen. Doch scheinbar versuchen hier trotzdem alle aufeinander aufzupassen, die Zahl der Martel für die Verkehrstoten ist erstaunlich gering.
Die Hauptstraßen sind gesäumt von Autohändlern, Gewerbe jeglicher Art, dazwischen wird an Straßenbuden von unterschiedlicher Ausstattung frischer Fisch, Zwiebeln, Feigen und ähnliches angeboten. Da steht auch gerne mal das alte heimische Sofa an der Autobahn als „Supermarkt“.
Albanien zählt bisher nicht zu meinen Lieblingsländern, was aber mit Sicherheit daran liegt, dass wir nicht das Landesinnere fern der großen Straßen besuchen konnten. Bis auf die albanische Seite des Ohridsees waren wir nur auf Hauptverkehrsstrassen unterwegs. Unser Ziel war: ab ins ruhige und gemütliche Montenegro. Auf den Besuch von Tirana und auf die Tagesaufgabe haben wir verzichtet.

 

30.08.2018

6. Etappe: Sofia (Bulgarien) – Mazedonien (Skopje – Ohrid)
Gefahrene Kilometer: 414 km
Fahrzeit: 9 Stunden 10 Minuten
Höchsttemperatur: 32 Grad
3 verlorene Öltropfen unter Rambo ?

Seit Beginn der Rallye freuen wir uns am meisten auf die uns unbekannten Länder. Diejenigen Länder, zu denen wir überhaupt noch kein Bild im Kopf haben, weil sie keine typischen Urlaubsländer und keine überfüllten Tourismusziele: Mazedonien, Albanien und Montenegro. Heute war es endlich soweit, es sollte quer durch Mazedonien gehen. Das Land, an dem die heutige Etappe enden sollte, konnte frei gewählt werden. Fest stand nur, das Etappenziel sollte irgendwo am Lake Ohrio sein, einem der schönsten Frischwasserseen in Südosteuropa, der zu den tiefsten und ältesten Seen Europas zählt. Geografisch gesehen gehört er sowohl zu Albanien als auch zu Mazedonien und ist sowohl über Bulgarien als auch über Serbien erreichbar. Für uns war klar, es sollte die Route quer durch Mazedonien sein, dem Land mit der hübschen roten Fahne und der achtstrahligen Sonne. Denn irgendwie hat uns von Anfang an diese Fahne fasziniert, war sie doch völlig anders als die akkuraten Fahnen so vieler Länder mit ihren strengen, geraden Balken.

Der Grenzübertritt von Bulgarien nach Mazedonien war vollkommen unproblematisch. Freundliche Grenzbeamte, die Pass und grüne Versicherungskarte kontrollierten und uns noch einen guten Aufenthalt wünschten. Und schon wehte sie uns fröhlich entgegen, die mazedonische Sonnenfahne. Mazedonien, das uns unbekannte Land, präsentierte sich uns genau wie diese Fahne: Sonnig und fröhlich, mit winkenden, lachenden und sich freuenden Menschen. Nicht umsonst wird Mazedonien auch als „kleines Land mit großem Herzen“ bezeichnet. Es ist ein gemütliches Fahren quer durchs Land, die Straßen sind frei, die Autofahrer längst nicht so rabiat wie in den zuletzt besuchten Ländern. Was für eine Landschaft! Unsere Rallye fühlt sich zum ersten Mal ein bisschen an wie Urlaub.

Unser Plan ist, an Skopje nur vorbei und nicht ins Zentrum zu fahren und heute endlich das zu tun, was während der Rallye bisher ein bisschen zu kurz gekommen ist: VOR Einbruch der Dunkelheit und ohne Zeitdruck am Ziel zu sein. Wir wollten in einer einheimischen Wirtschaft essen und Land und Leute zu erleben. Also entschieden wir uns gegen die Routenaufgabe (in Skopje ein Foto des über der Stadt ragenden 66 Meter hohen Kreuzes zu machen). Auf zum Ohrio-See und ein paar gemütliche Stunden verbringen.
Byzantinische Kirchen, glitzernde Seen, hügelige Landschaften, dichte Wälder, Feigenbäume, Bergkiefern, unendliche Weidflächen und Weinberge, das ist Mazedonien. Kurz hinter Skopje blitzt es in der Sonne auf. Die goldenen und silbernen Dächer der ersten Moscheen. Es wirkt wie ein unbeschwertes Miteinander, die orientalischen Gebetshäuser neben den orthodoxen Kirchen im gleichen Ort. Ein buntes kulturelles und religiöses Nebeneinander.

Am Lake Ohrid übernachten wir in einem kleinen Hotel direkt am See. Ein junger Mazedonier empfängt uns, der von unserer Tour fasziniert ist, der aber vor allem auch die Leistung von unserem Motorradbegleiter Max (Holgers Vater) bewundert. Knapp 5000 Kilometer auf dem Bike, über nicht immer gut asphaltierte Straßen und Tagesetappen von mehr als 400 Kilometern, das findet er grandios. Ihn fragen wir, ob er uns bei unserer Tagesaufgabe helfen kann, ein Foto von einem Mazedonier zu machen, der Alexander heißt und mindestens 180 cm groß ist. (Alexander von Mazedonien, auch bekannt als Alexander der Große, war König des griechischen Königreichs Mazedonien). Der junge Herr wird neugierig. Wir erklären ihm unsere täglichen Aufgaben und zeigen ihm unser Roadbook. Jetzt findet er uns irgendwie crazy  . Und schon erhalten wir von ihm eine spannende mazedonische Geschichtsstunde. Er berichtet, dass es zwischen Griechen und den Mazedoniern ein schon Jahrhunderte andauernder Streit ist, wessen Kulturerbe der vor fast 2500 herrschende König ist. Würde man die Geschichte genau studieren, so sagt er, dann sieht man, dass die Mazedonier zwar stolz auf „ihren“ Aleksander den Großen seien, dies aber geschichtlich nicht korrekt sei.

Den Abend lassen wir am See mit einem Mazedonischen Abendessen ausklingen.
Mazedonien, das bisher schönste Land unserer Rallye.

 

30.08.2018

Guten Morgen aus Sofia! Heute sind wir ziemlich müde. Jeden Tag 12 Stunden Fahrt, selten vor Mitternacht im Bett und meist schon um sechs Uhr Ortszeit (5 Uhr deutscher Zeit) wieder aus den Federn.
Heute geht es über Skopje an den Ohridsee. Wir sind dann in Mazedonien!
Liebe Grüße nach Deutschland!

 

29.08.2018

5. Etappe: Râmnicu Vâlcea – Calafat (Rumänien) – Donauüberquerung – Vidin (Bulgarien) – Sofia
Gefahrene Kilometer: 515 km
Fahrzeit: 11 Stunden 40 Minuten
Durchschnittliche Geschwindigkeit: 44 km/h
Höchstgeschwindigkeit: 113 km/h
Höchsttemperatur: 32 Grad Celsius

Erworbene Challengepunkte: 0 Punkte
Erworbene Routenpunkte: 0 Punkte

Null erworbene Challengepunkte und null Routenpunkte! Und wir sind auch noch stolz darauf! Der gestrige Tag begann nämlich mit einer besonderen Mission!
Viele Balkanländer und insbesondere Rumänien und Bulgarien haben ein großes Problem: Straßenhunde. Unzählige Hunde leben hier herrenlos, oft völlig verwahrlost und nicht selten verletzt. Sie liegen mitten auf den Straßen oder am Straßenrand, werden nicht selten überfahren, durchwühlen die zahlreichen Müllstellen nach Futter und schlafen im Freien. Viele von ihnen werden in regelmäßigen Abständen von Hundefängern eingesammelt und für kurze Zeit in Tierheime gebracht. Alle Hunde, die dort nicht innerhalb von 14 Tagen vermittelt oder abgeholt werden, kommen in Tötungsstationen als rumänische und bulgarische „Strategie“, um die Hundeflut einzudämmen. Kein Geheimnis und auch in Deutschland bekannt! Wenn man dies jedoch als eigener Hundebesitzer live miterlebt, dann ist das hart anzusehen.

In Deutschland gibt es viele eingetragene Vereine und Tierschutzorganisationen, die mit rumänischen Tierschützern zusammenarbeiten. Sie versuchen, die Einheimischen, für die ein Hund oft bedeutungslos ist, aufzuklären, Straßenhunde zu kastrieren und an entsprechende Plätze im Ausland weiterzuvermitteln. Denn der Hauptgrund für die Masse an Hunden liegt vor allem darin, dass sich die Hunde unkontrolliert vermehren.
Schon vor Rallyestart hatten wir in Deutschland einige Säcke Hundefutter „auf Verdacht“ eingepackt, weil wir von der Problematik wussten. Wir waren uns aber zugleich auch bewusst, dass unser Hundefutter mit Sicherheit nur ein „winziger Tropfen auf den heißen Stein“ sein wird. Und dennoch wollten wir wenigstens ein paar hungrigen Hundemägen noch die eine oder andere Mahlzeit bescheren.

Nachdem wir am Vorabend unser Etappenende in Ramnicu Valcea hatten und dort die Nacht verbrachten, forschten wir im Internet. Wir fanden eine Dame direkt in der Stadt, die sich mit einigen anderen Tierschützern um ca. 50 Hunde und Katzen kümmert, die sie von der Straße aufgelesen haben oder die aus der örtlichen Tötung Fetini kommen. Die Versorgung der Tiere mit Futter, Medizin usw. ist auf Spenden angewiesen und wird auch von einigen Tierschutzorganisationen in Deutschland und den Niederlanden mit betreut. Viel Zeit blieb uns nicht: es war mittlerweile 21 Uhr und wir würden spätestens um 9 Uhr am nächsten Morgen die Stadt wieder verlassen. Aber versuchen wollten wir es zumindest. Über Facebook schrieben wir die Dame an, …, die Antwort war keine 2 Minuten später da. Ja, sie wohne tatsächlich in der Stadt und sie würde sich natürlich gerne mit uns am nächsten morgen für ein Gespräch treffen oder am Nachmittag mit uns in das Heim für Tiere fahren.

Am nächsten Morgen trafen wir uns. Auf unser Bauchgefühl war Verlass. Monica Zaharia erzählte uns sehr viel über ihre Arbeit. Ihr Hauptaugenmerk ist nicht der Bau eines Tierheims, sondern die Kastration der Hunde und deren anschließende Vermittlung. Dazu gehört für sie einerseits die Aufklärung im eigenen Land, aber auch das Finden von guten Plätzen im In- und Ausland. „Ihre“ Hunde werden bei ihr zunächst grundversorgt und aufgepäppelt, kastriert und dann weitervermittelt. Sie erzählte, dass sie erst vor einigen Wochen in Deutschland war, um nach ihren einstigen Schützlingen dort zu schauen und welch wunderbares Gefühl es sei, diese als Familienmitglieder in einem schönen Zuhause wieder zu treffen.
Hochachtung vor dieser Arbeit!!! Unsere Futterspenden waren hier gut aufgehoben. Monica versprach uns, die nächsten Tage einige Bilder von ihrer Tierstation zu schicken, insbesondere aber auch von den Hunden, denen wir dank unserer Geldspende die Kastration und damit den Weg in die Vermittlung ermöglicht haben. Wie dankbar sie war für unseren Besuch, und zugleich so bescheiden!

Weiter ging es dann quer durch Rumänien Richtung bulgarische Grenze. Teilweise auf abenteuerlichen Straßen: Weiß eingezeichnete Routen auf der Landkarte entpuppten sich da schon mal als staubiger Feldweg, auf dem Ziegen sich gemütlich tummelten. Gar nicht so einfach, eine geeignete Stelle zur Donau-und Grenzüberquerung zu finden. Die Fähre fährt nur alle zwei Stunden und hat Platz für 10-20 PKWS (genaue Vorschriften scheint es hier nicht zu geben . Wir haben uns letztendlich für den Brückenweg entschieden und passierten die Grenze bei Calafat - Vidin.
Grenzübertritte an sich sind ja schon ziemlich spannend, die Einreise nach Bulgarien irgendwie besonders. Es gibt spezielle Vorschriften, die Einfuhr von Schweinefleisch und bestimmten Lebensmitteln ist verboten, Feuerlöscher und Ersatzbirnen fürs Auto sind Pflicht und wie in Rumänien sind alle Straßen (nicht nur die Autobahnen, die es hier sowieso kaum gibt) gebührenpflichtig. Du passierst die bulgarische Grenze und fühlst dich plötzlich völlig fremd. Straßenschilder mit kyrillischen Buchstaben, am Anfang noch mit den für uns lesbaren deutschen Entsprechungen versehen, aber irgendwann verschwindet auch das. Empfangen wurden wir von einem größeren Feldbrand, aber danach wurde es gemütlich. Bulgarien erscheint so leer. Wenige Straßen, wenig Verkehr, wenig Dörfer oder größere Städte. Irgendwie scheint sich alles auf Sofia zu konzentrieren. Dafür weitläufige Landschaften, Wälder und wie in Rumänien riesige Sonnenblumenfelder. Gemütliches dahinfahren, schauen und genießen, zumal es – wie die letzten Tage auch – wieder eine lange Tour ist und wir erst bei Dunkelheit in Sofia eintreffen.

SOFIA- Hier ist es laut, lebhaft und bunt. Du kommst aus der „Wildnis“ und findest dich in einer Stadt mit Leuchtreklamen, blinkenden Lichtern, Spielcasinos und vielen Autos wieder. Kulturschock!

Die Nacht verbringen wir im Hotel. Die Preise für ein gehobenes Hotel sind moderat, Rambo steht sicher in der Tiefgarage und wir haben im 12 Stock des Hotels einen sagenhaften Blick auf Sofia bei Nacht und auf den Sonnenaufgang am nächsten Morgen.
(Zu unseren Tages- und Routenaufgaben: Auf beides haben wir verzichtet. Wir haben in Sofia nicht die Golden Bridges gesucht und auch mit keinem bulgarischen Truckerfahrer Armstemmen gemacht. Dafür hat uns die Zeit gefehlt. Allerdings haben wir in Sofia unsere roten Gegenstände und zwei hübsche gelbe Kulis eingetauscht.)

 

28.08.2018

4. Etappe: Die zauberhaften Seiten Rumaeniens: Transilvanien, Walachei, Transfăgărăşan,
Etappenziel: Ramnicu Valcea
Stre />Maximale Geschwindigkeit: 97 km/h
Durchschnittsgeschwindigkeit: 34 km/h
Fahrzeit: 12 Stunden 15 Minuten (!!!)
421 Kilometer in 12 Stunden und dabei kein bisschen Langweile! Genau so ist Rumaenien! Weitlaeufig, gemuetlich, abwechslungsreich und unglaublich faszinierend. Selbst auf der grossen Hauptstrasse geht es langsam voran. Du findest hier alles: Der Pferdekarren wird als Auto, Lkw und hochbeladener Umzugstransporter verwendet, Fussgaenger und Radfahrer bewegen sich entgegen der Fahrtrichtung am Strassenrand, Kuehe grasen neben der Fahrbahn, Kueken und Hennen gehen spazieren und Strassenhunde kreuzen. Die Strassen sind gesaeumt von Baenken und Stuehlen, hier trifft man sich oder sitzt man zu jeder Tageszeit. In vielen Doerfner sind Brunnen vor jedem Haus zu finden. So viel gibt es zu entdecken, dass man mit dem Schauen oft kaum nachkommt. Auch wenn man jeden Tag 12 Stunden gemeinsam im Auto sitzt, sind Gespraeche eher nebensaechlich. Oft sind wir beide mit Schauen oder konzentriertem Fahren und Navigieren so beschaeftigt, dass nur Saetze wie „Obacht, Strassenhund. Obacht eine Kuh oder schau mal da, wie schoen!“ fallen. Alles andere als ein gemuetlicher Urlaub! Und dennoch ein tolles und unvergessliches Erlebnis.
Transsilvanien, wer kennt nicht die Geschichten um den bekannten Grafen Dracula, den Vater aller Vampire, dem Wesen mit schneeweiser Haut, das nachts aus Graebern steigt und sich von menschlichen Blut ernaehrt! Nur indem man sich mit einem hoelzernen Pfahl bewaffnet, Knoblauch bei sich hat und am besten noch ein Kreuz hochhaelt kann man sich vor ihm schuetzen. Genau das war unsere Aufgabe des Tages! Quer durch Transilvanien auf den Spuren Draculas!
Tatsaechlich, wir sind ihm in Sibiu begegnet (Beweisfoto folgt!). Sibiu, auch Hermannstadt genannt (viele Orte hier haben deutsche Namen, da sie Teil von Siebenbuergen sind), wird als der achtschoenste Ort zum Leben in Europa eingestuft. Definitiv ein Abstecher wert! Zum Glueck waren wir jedoch mit unserer Knoblauchkette gut geschuetzt, sodass wir uns auf den Weg zum legendaeren Transfăgărăşan machen konnten. Der Transfăgărăşan (Strasse 7C) gilt als eine der spektakulaersten und schoensten Hochgebirgsstrassen der Welt. Sie wurde als strategische Militaerstrasse gebaut und verbindet Siebenbuergen mit der Walachei. Bestehend aus engen Haarnadelkurven, Serpentinen und Viadukten erreicht sie auf einer Hoehe von 2042 Metern ueber dem Meeresspiegel den Eingang yu einem duesteren Strassentunnel mit fast einem Kilometer Laenge. Insgesamt ist sie ueber 90 Kilometer lang und mit maximal 40 Stundenkilometern befahrbar. Atemberaubend und unbeschreiblich schoen, sowohl fuer uns als auch fuer unser Begleitmotorrad! Diese RoadMission, die unsere Tagesetappenaufgabe zum Punktesammeln war, haben wir sehr gerne auf uns genommen!
Unser Dank gilt heute besonders unserer Sponsorin dieser Tagesetappe! Liebe Anne, du hast dir wirklich einen einzigartigen Tag ausgesucht! Herzlichen Dank fuer deine Unterstuetzung. Alle von uns an diesem Tag erfahrenen Kilometer werden von ihr mit einer Kilometerpauschale umgerechnet und kommen zu 100 Prozent unserem Charityprojekt und damit dem RaphaelHospiz Verein zugute.
Heute haben wir fuer unser Roadbook kraeftig Punkte gesammelt:
Neben der Roadmission haben wir drei zusaetzliche, zugegebenermassen etwas spezielle Aufgaben erfuellt: Holger hat mit einem Baer gekaempft, wir haben unser Team Top Gear gemaess mit Flugzeug und spektakulaerer Explosion im Hintergrund fotografiert (okay, wir haben dabei geringfuegig geschummelt) und wir haben Dracula mit Knoblauchkette, Holzpflock und Kreuz ausgeruestet einen Besuch abgestattet. Unser schwarzes Panzertape aus der Slowakei hat einen guten Platz gefunden: es wurde in Rumaenien gegen einen roten Bonbon, zwei rote Kugelschreiber sowie rote Streichholzpackungen eingetauscht. Die lustige Dame machte unseren Spass gerne mit und trug die Klebebandrolle als topmodischen Armreif!

 

27.08.2018

3. ETAPPE:
Budapest (Ungarn) – Ungarische Puszta – Rumänien (Bannfy Castle)
Montag Morgen 8 Uhr in Budapest! Dass man die Stadt entweder vor 7 Uhr am Morgen oder am besten erst nach 10 Uhr verlassen sollte, haben wir gluecklicherweise erst im Nachhinein gelesen. Budapest wimmelt… wie ein Ameisenhaufen. Durch die Stadt geht es teilweise auf insgesamt sechs Spuren, ohne Navi wird’s hier echt schwierig. Baustellen ohne Vorwarnungen mitten auf der Strasse, Absperrungen, viele viele Autos, Strassennamen, die kaum so schnell zu lesen sind wie sie lang sind und das mitten im Berufsverkehr. Zum Glueck sind wir hier und in Sofia vom Naviverbot befreit! Zumal wir heute eine besondere Challenge vor uns haben. Bevor es in Rumaenien auf den beruehmten Transfagarasan gehen wird, der einzigartigen Serpentinenstrasse, sollten wir ca. 150 Kilo Gepaeck loswerden. Denn Rambos Dachbox ist ueberladen, was sich in jeder Kurve und beim Benzinverbrauch deutlich bemerkbar macht. Mit an Bord haben wir unzaehlige Schulbuecher, die an meiner Schule wegen des neuen Lehrplans nicht mehr gebraucht werden und die in einem Balkanland nun eine sinnvolle Verwendung finden sollen. Nur wo? So wie in Deutschland sind in den meisten Laendern bis zirka Mitte September noch Sommerferien und die Schulen sind somit geschlossen. Zudem war unsere Route bis zum Rallyestart noch geheim, sodass wir im Voraus auch mit keiner Schule in Kontakt treten konnten. Fest stand fuer uns allerdings, dass unsere Buecher keine anerkannte deutsch/internationale Schule erhalten sollte, da sich diese Schulen durch Schulgeld und vor allem durch gewaltige Zuschuesse von Sponsoren finanzieren und somit bestens ausgestattet sind. Unsere Buecher sollten dort hinkommen, wo sie wirklich benoetigt werden, an eine kleine Balkangrundschule, an der Deutsch unterrichtet wird- und zwar nach Moeglichkeit heute. Was fuer eine Aufgabe: finde in einem Land, dessen Sprache du nicht sprichst, eine entsprechende Grundschule, die auch geoeffnet hat. Nahezu unmoeglich. So blieb als einzige Schule in Budapest tatsaechlich nur die deutsche Schule Budapest, eine anerkannte DAS *deutsche Auslandsschule* mit einem grossem Gymnasium, aber auch mit vier Grundschulklassen, denn dort war genau heute erster Schultag! Einmal quer durch Budapest! Dort angekommen: Wie erwartet: eine top ausgestattete moderne Schule, an der am ersten Schultag natuerlich alle schwer im Stress waren und die mit Sicherheit keinen dringenden Bedarf an unseren Schulbuechern hatte. Dann nehmen wir sie eben wieder mit, war unser Entschluss. Witziger Weise trafen wir jedoch auf die Erstklasslehrerin der Schule. Unser etwas frustiertets „Servus“ liess sie wohl stutzig werden: sie entpuppte sich als Bayerin, die vor zwei Wochen an der Schule fuer drei Jahre ihren Auslandsschuldienst angetreten hat. Ja Jettingen-Scheppach kenne sie natuerlich, denn schliesslich habe sie ja in Augsburg studiert und zwar zusammen mit meinem jetzigen Schulleiter. Wie klein die Welt doch ist! Sie hatte fuer uns schliesslich die rettende Idee. Eine ungarische Kollegin, die die Jahre zuvor an recht aermlichen ungarischen Schulen unterrichtet hatte, wollte unsere Schulbuecher gerne an die entsprechende Stellen weitergeben. Eine perfekte Loesung, eine glueckliche ungarische Lehrerin, eine freudige bayerische Kollegin, wir mit 150 Kilo weniger Gewicht und dafuer mit herzlichen Gruessen an meinen Schulleiter zum Ausrichten.
Somit konnten wir uns auf den Weg durch die ungarische Puszta machen. Ebene Landschaften, riesige Sonnenblumenfelder, wenige Strassen, auf denen sich alles tummelt. Hier herrschen andere Verkehrsregeln .
Entgegen der Vorinformationen war der Grenzuebertritt nach Rumaenien unkompliziert. Die Rallyeteams wurden nach der Passkontrolle zuegig durchgewunken, dafuer standen LKWS in kilometerlanger Schlange. Kurze Ratlosigkeit bezueglich Vignettenkauf, mittlerweise wissen wir, dass in Rumaenien fuer ALLE Strassen Vignettenpflicht fuers Auto gilt. Dass unserer Rambo gross ist, wussten wir bereits. Aber der Herr an der Vignettenstelle wollte ihn gleich mal als LKW einstufen. Aeh nein, so schwer sind wir dann wirklich nicht. Auch hier hatten wir im Vorfeld ein gutes Bauchgefuehl. In Deutschland liessen wir uns einen internationalen KFZschein ausstellen, was bei der Behoerde anscheinend die letzten Jahrzehnte nicht so haeufig vorkam. Somit hatten wir den klaren internationalen Beweis. Rambo ist kein LKW! 5 Euro fuer eine Vignette, noch etwas rumaenische Leu eintauschen und weiter!
RUMAENIEN das Land der Gegensaetze
Rumaenien direkt hinter der Grenze Oradea zeigt sich tatsaechlich so, wie man es sich vorstellt. Und zwar genau so! Hier wohnt die deutsche Abwrackpraemie, hier gibt es alte Autos, verfallene Haeuser, arme Bevoelkerung, abenteuerlich verlegte Stromleitungen, rabiate Autofahrer und die rostigsten LKWs, Welpenhändler am Supermarktparkplatz.
ABER! Rumaenien ist auch voellig anders. Rumaenien, das sind auch wunderschoene Kirchen in fast jedem Ort, einzigartige Landschaften, liebevolle Obstkoerbe, die an den Strassen zum Verkauf angeboten werden, Menschen, die an der Strasse sitzen mit Freunden und Nachbarn, Gartenkuechen und Geselligkeit. Hier tickt die Zeit voellig anders, was nicht nur an der anderen Zeitzone mit der Zeitverschiebung liegt. Die grosse Nationalstrasse wird mit Pferden und Eselskarren geteilt, hier geht’s einfach gemuetlich voran. Riesige Schafherden, die eben mal so auf der Strasse laufen. Der Bauer, der seine einzige Kuh persoenlich durch den Ort zur Weide fuehrt. Und viele, viele herrenlose, arme Strassenhunde, die gerne fuers Toben miteinander die einzige Hauptstrasse benuetzen, deren Verlauf du seit Stunden verfolgst. Die Strasse ist gesaeumt von vielen teils verfallenen Haeusern, doch immer wieder mitten drin liebevoll dekorierte Haeuser, Strassenstaende mit Verkauf von Koerben, Fellen, einheimischen Waren, …
Und ploetzlich der absolute Kulturschock. Palaeste, riesige Villen mit Tuermen und mit anscheinend edlen Materialien geschmueckt. Nein, hier wohnen keine Milliardaere und keine Promis. Und diese Villen sind nichts anderes als Schein und Trug. Es handelt sich dabei um die sogenannten Zigeunerpalaeste, einer Architektur der Romas und dienen allein dem Prestige der Romas, um aufzuzeigen, zu welchem Reichtum sie angeblich gelangt sind. Oft stehen diese Palaeste voellig leer und unbewohnt, ja sind innen nicht mal eingerichtet, und mit billigen Materialien aufgehuebscht. Ein interessanter Bericht dazu unter www.mdr.de/…/zigeunerpalast-rumaenien-architektur-roma-100.…
Durch ClujNapoca (Klausenburg) ging es Richtung Transsilvanien bis zum BanffyCastle als Endpunkt. Das war die Tagesaufgabe, die wir somit gemeistert haben. Kein Wunder, dass sich hier Nachteulen und Vampire wohlfuehlen. Eine geheimnisvolle Schlossruine, an der uns die erste BalkanExpressParty mit gemeinsamer Uebernachtung erwartete.
Stand unserer Tauschaufgabe: grünes Feuerzeug in der Slowakei in schwarzes Panzertape eingetauscht. Prima Tausch, denn wie sich erwiesen hat: es gibt nichts wichtigeres auf einer Rallye als Panzertape.

 

 

26.08.2018

2. Etappe: Olomouc (Tschechien)- niedere Tatra (Slowakei)-Budapest(Ungarn)

Kilometer: 467 km
Unterwegs: 10Stunden 16 Minuten
Durchschnittliche Geschwindigkeit: 45 km/h
Höchstgeschwindigkeit: 111 km/h
Regendauer: 9 Stunden 46 Minuten
Temperatur: 10-12 Grad Celsius

Tagesmotto: "you are welcome"

Das gestern so beschauliche Olomouc entpuppte sich heute morgen als ziemlich große Stadt und stellte uns vor die Schwierigkeit, möglichst schnell die Route in die Slowakei zu finden. Denn: Zeit ist kostbar! Die Tage sind ausgefüllt, auch wenn es ja immer "nur" ca 400 Kilometer pro Tag zu fahren sind. Ohne Navi und ohne Autobahn kann sich das schon ziemlich in die Länge ziehen: sprich 8 Stunden Autofahrt pro Tag. In Olomouc noch schnell die gelben Postits gegen was blaues eingetauscht: eine blaue Schachtel mit Stecknadeln (Wochenaufgabe). Dann fix los... aber in welche Richtung und vor allem: wo ist der schnellste Weg? Und es regnet ununterbrochen. Für ein Autoteam an sich nicht so problematisch, für unseren Motorradbegleiter aber eine ziemlich nasse Angelegenheit! Ach ja, noch schnell tanken! An der Tankstelle trafen wir eine freundliche Polizeistreife, die wir nach dem Weg Richtung Slowakei fragten und denen wir von unserer Challenge erzählten. "No Problem, we will drive with you." Und so ging es mit Polizeieskorte in die nächste Stadt, wie versprochen ohne Autobahn. Per Handschlag wurden wir mit einem "you are welcome" verabschiedet.
"You are welcome!"- die englische Antwort, wenn sich jemand bedankt... und doch mehr als eine Floskel am heutigen Tag, denn sie wird uns mehrfach begegnen.
In der Slowakei sollte es über die niedere Tatra Richtung Budapest gehen. Zwischenzeitlich regnete es nicht mehr, es goss munter vor sich hin. Die heutige Punktechallenge haben wir intern durchgeführt: eigentlich sollte in Vlkolinec, dem Dorf mit dem hölzernen Glockenturm, bis Podsucha der Copilot mit einem anderen Team gewechselt werden (die Slowaken schätzen Fahrgemeinschaften), wir wollten aber nur noch voran kommen. Denn wir hatten ja auch in der Slowakei unseren Gegenstand zu tauschen. Diesmal in die Farbe grün. Eine junge Mitarbeiterin einer Tankstelle hörte sich unsere Geschichte an. Sehr ratlos zunächst und bedauerte, nichts an uns weiter geben zu können, was ihr gehört. Macht nix, wir hatten ja noch Zeit bis zur Grenze! Noch einen Kaffee getrunken... dann wollten wir los. Da kam sie wieder... grünes Feuerzeug in der Hand. Das könne sie uns schenken, wenn wir ihr ein bisschen von unserer Route berichten. Und da war es wieder "you are welcome!". Nichts zu danken, ihr seid willkommen. Und wenn nicht gleich eine Lösung da ist, dann wird eben eine gesucht!
In Budapest angekommen standen wir vor einem riesigen Problem. Großstadt. Keine Parkplätze und ununterbrochen Regen. Frei campen in der Stadt unmöglich. Also Hotel gebucht. Aber wohin mit dem Auto. Rambo ist riesig, mit den Dachboxen 2,30 m hoch, also zu hoch für jegliche Tiefgarage, und mit dem gesamten Gepäck nicht geeignet, in der Stadt unbewacht zu stehen.
Zwar hat unser Hotel einee Tiefgarage, aber wir sind einfach zu groß! Keine Chance! Ratlosigkeit... 10 Minuten später steht unser Auto auf dem speziellsten Parkplatz ganz Budapest: im Garten des Hotels (siehe Bild). Und nach unserem Dank hören wir wieder "no problem, you are welcome!" Ja so fühlen wir uns!

In den Stunden, die uns hier noch bleiben, machen
wir uns auf Erkundungstour. Eine faszinierende Stadt, die definitiv einen längeren Besuch Wert ist.

Heute haben wir zwar keine Tagesaufgabe gelöst, aber dafür die Routenaufgabe gelöst (Bild mit der Freiheitsstatue von Budapest).
Zudem haben wir eine der 10 speziellen Zusatzaufgaben gemeistert: ein echtes Flugzeug sollte auf dem Rallyeauto landen. Wir haben es geschafft!!!

 

26.08.2018

Der gestrige Tag:
9 Stunden und 400 Kilometer später:
Olomouc (Olmütz) in Tschechien.
Jedes team hat beim Start ein Roadbook bekommen. Darin sind die genaue Route sowie verschiedene Aufgaben zum Punktesammeln zu finden.
UNSERE RALLYEAUFGABE: jedes Team erhält am Start eine rote Büroklammer. Diese soll in jedem Land gegen einen mindestens 100 Gramm schwereren Gegenstand in einer vorgegebenen Farbe eingetauscht werden- aber nicht bei anderen Rallyeteilnehmern.... unsere rote Büroklammer ist in Deutschland zu einem gelben Postit und gelbem Holzstift geworden. MISSION erfüllt.
Die gestrige TAGESAUFGABE: Nachdem wir Böhmen und Mähren durchquerten, sollte das Lied Bohemian Rapsody mit bestimmten Worten umgedichtet und mit landestypischem Bier und eingelegter Wurst (Utopenec) fotografiert werden. Auch diese Punkte haben wir ergattert.
ROUTENAUFGABE: unsere Route sollte entlang der Elbe bis Bad Schandau, durch die Säxische Schweiz, über das Elbsandsteingebirge bis nach Böhmen und später nach Mähren führen. Als Beweis: unser Besuch bei Kost Castle, eines der besterhaltenen Burgen in Böhmen. Unser Etappenziel war Olomouc (Olmütz). Die bömischen Knödel waren wirklich verdient :-).

 

 

 

25.08.2018

Team#163 ist gestartet.

Herzlichen Dank dem Superlative Adventure Club Hamburg für die zur Verfügung gestellten Bilder.

24.08.2018

Begleitet mit vielen guten Wünschen von Familie und Jettingern sind wir "on the road". Herzlichen Dank an alle, die uns unterstützen und unsere Tour verfolgen!

 

 

22.08.2018

Noch etwas Erfreuliches:

Mittlerweile ist auch der ganze "Papierkram" erledigt:

zwei internationale Führerscheine, grüne Versicherungskarte, Auslandskrankenversicherung und internationaler KFZ-Schein für Albanien (was bei der Behörde etwas auf Verwirrung stieß, da dieses Dokument anscheinend nicht besonders häufig ausgestellt wird).

 

Auch über die Datentarife bei Internetnutzung haben wir uns inzwischen informiert:

Dank Roaming fallen für etliche Länder kaum zusätzliche Gebühren an: Bulgarien, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Kroatien, Österreich, Polen, Tschechei sowie Ungarn zählen zur Ländergruppe 1 der Telekom.

Für Albanien, Bosnien, Herzegowina, Kosovo und Mazedonien werden wir zusätzliche Datenpässe benötigen, da diese Länder Bestandteil der Ländergruppe 2 sind. Hier kosten auch eingehende Telefonate zusätzlich.

Was für uns und die nette Dame der Telekomhotline völlig überraschend war, ist die Tatsache, dass Montenegro zur Ländergruppe 3 gehört und Telefonate sowie Datennutzung dort sehr teuer sind. An diesem Tag sind wir offline! :-)

 

Rambo ist außerdem fertig ausgebaut und bereit für die Abfahrt!

18.08.2018

Seit heute kann unser jeweiliger Standort hier verfolgt werden:

http://www.sac-track.com/#!/balkan-express-18/163

17.08.2018

Letzter Check-Up für Rambo in der Auto-Werkstatt:

Einbau einer neuen Wasserpumpe, letzte Wartung....

Jetzt ist das Auto startklar!

13.08.2018

Pressetermin mit Ulrich Anhofer von der Günzburger Zeitung.

Herzlichen Dank für die tollen Fotos und das nette Gespräch!

12.08.2018

Der Ausbau vom Rambo geht weiter: Unser "Esszimmer" mit Tischset-Unikaten :-)

11.08.2018

Großartige Aktion vom Dorfladen Haldenwang:

Andrea und Jürgen unterstützen unsere Balkan Rallye kulinarisch: Weißwürste, Landjäger und unzählige Konserven für den Hunger zwischendurch.

HERZLICHEN DANK FÜR DIESE GROSSARTIGE IDEE!!!

04.08.2018

Die nächsten "Babba" kommen aufs Auto: Teamnamen und QR-Code!

Wir starten unter Bayrischer Flagge!

Herzlichen Dank unseren Sponsoren!!!

 

27.07.2018

Heut kommen die "Babbba naaaaa" :-) Bei 30 Grad Hitze wird geklebt und geföhnt!

 

25.07.2018

So langsam fängt's zu kribbeln an... in 31 Tagen geht es los...

Der Autoausbau und -aufbau beginnt... Da ist ein Heinzelmännchen am Werk :-)

21.07.2018

 

Endlich ist das Rallye-Kit mit der offiziellen Startnummer und dem Balkan-Express-Logo angekommen. Das Outfit von Rambo und den Insassen steht somit :-)

 

10.07.2018
 

Die Flyer sind gedruckt, die ersten Sponsoren sind gefunden!

Und das Wichtigste:

Wir sind überzeugt davon, dass unser CharityProjekt gut ausgewählt ist. Heute hatten wir ein persönliches Gespräch mit Dr. Peter Müller, dem 1. Vorsitzenden des Raphael Hospiz Vereins Günzburg e.V.

Dieser hat sich für unser Projekt sehr bedankt und uns die Bedeutung geschildert, die einem Hospiz aufgrund veränderter gesellschaftlicher Strukturen mittlerweile zu kommt. Wir freuen uns, dass die Spenden dort eine sinnvolle Verwendung finden werden.

 

Bitte helft kräftig mit, denn von eurer Unterstützung hängt unser Projekt ab! Wir suchen weitere Sponsoren, die spenden, die sich für eine Tagesetappe entscheiden oder die durch Werbung auf unserem Rallyeauto präsent sind.

 

 

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